Dienstag 15.11.2011, Viele Hindernisse und ein Kofferfall

17 11 2011

Unseren ersten Tag hatten wir uns gänzlich anders vorgestellt. Gut durchorganisiert sollte die Anreise reibungslos von Statten gehen, dachten wir. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich fang dann mal von vorne an:

Die Koffer fertig gepackt und mit der Gewissheit, nichts vergessen zu haben, verließen wir gegen halb zwei unsere Wohnung. Nur wenige Zentimeter von unserer Wohnungstür entfernt, sollte bereits der erste Knaller auf uns warten. Knaller im wahrsten Sinne des Wortes. Als ich versuchte, Monas NEUEN! Koffer die Treppe hinunter zu tragen, riss der Griff ab, 15,6 kg ergaben sich der Schwerkraft und suchten sich den Weg in die erste Etage hinunter. Na toll. Das ganze Haus war wach. Wir entschuldigten uns kurz für den Lärm und verließen ohne Umschweife das Haus, wo meine Mutter bereits auf uns wartete.

Die Fahrt zum Essener Hauptbahnhof verlief ohne Zwischenfälle. Aber leider sollte der IC nach Köln erst mit einer Viertelstunde Verspätung am Bahnsteig eintreffen. Unseren Anschluss in Köln hätten wir somit vergessen können. Die Bahn schafft es also auch um 2 Uhr Nachts die Züge nicht pünktlich bereitzustellen. Man könnte ja seinen schlechten Ruf verlieren. Dankenswerter Weise wartete der ICE in Köln auf unseren Zug, sodass wir relativ pünktlich um kurz vor fünf in Frankfurt Flughafen ankamen.

Nach einem kleinen Gewaltmarsch durch die Räumlichkeiten des Frankfurter Flughafens erreichten wir unseren Check-In-Schalter, der laut Aushang um 6 Uhr öffnen sollte. Die Wartezeit nutzten wir, um unser erstes Frühstück einzunehmen. Erfreulicherweise wurde der Schalter bereits eine halbe Stunde vor der angeschlagenen Zeit geöffnet, sodass wir unsere Koffer bereits um 5:30  Uhr los waren.

Um 6 Uhr passierten wir die Passkontrollen und warteten vor unserem Gate. Der Duty-free-Shop war leider noch geschlossen, obwohl dieser eigentlich um 6 Uhr aufmachen sollte. So verbrachten wir die Zeit mit stupidem Rumsitzen.

Die anschließenden Sicherheitskontrollen verliefen dann wieder erwartungsgemäß, ohne Zwischenfälle. Das Boarding sollte dann um 7:20 Uhr beginnen.

Um 7 Uhr ertönte eine nette Stimme, die uns genauso nett mittteilteilte, dass der Singapore Airlines Flug nach New York heute leider ausfällt, da die Maschine nicht flugtauglich sei. Wir sollten doch bitte auf unseren Plätzen bleiben, man würde versuchen, alle Passagiere auf andere Flüge nach New York umzubuchen. Zunächst sollten aber bitte alle Passagiere zum Boarding-Schalter kommen, die in New York einen Anschlussflug hätten, damit man sie auf Direktflüge zu ihren Enddestinationen buchen könne.

Komischerweise wurde diese Schlange nie wirklich leerer, weshalb sich bei uns der Verdacht einschlich, dass sich dort auch „normale“ Passagiere um ihre Weiterreise kümmerten. Nach einiger Zeit – gegen 8 Uhr hatten wir auf Kosten von Singapore Airlines unser zweites Frühstück – sprach ich eine Dame des SIA-Bodenpersonals an. Sie bestätigte mir, dass alle drankommen würden und es nicht nach der Devise laufen würde, wer am lautesten schreit, bekommt Recht bzw. einen Flug.

In Wirklichkeit war es aber genau so.

Irgendwann wurde es mir dann zu bunt – wir hatten mittlerweile 9.30h und um 10.25h sollte eine Lufthansa Maschine nach New York starten. Ich ging, zusammen mit zwei anderen Personen, mit denen wir zusammen gewartete hatten, an der Warteschlange vorbei und stellte mich direkt vor den Schalter. Zunächst ließ ich den beiden anderen den Vortritt. Der erste hatte nach kurzen Verhandlungen einen Flug um 17:25 Uhr nach Newark.

Der zweite erhielt einen ähnlichen Flug: 17:30 nach JFK.

Ich teilte dem Airline-Menschen vor mir unmissverständlich mit, dass ich nicht bereit sei, auf die 17 Uhr Maschine zu warten, da ich bereits um 2 Uhr morgens aus dem Ruhrgebiet angereist sei. Die freche, weil falsche Behauptung, ich hätte für den Abend Musical-Karten und würde ungern 220 Dollar umsonst ausgegeben haben, sollte das Ganze noch etwas untermauern.

Und siehe da: Nur eine Minute später hielt ich einen Umbuchungsbeleg für einen Flug in meinen Händen, der für meine beiden Vorgänger noch angeblich ausgebucht gewesen war:

Frankfurt – J.F.K. New York, 10:25 Uhr.

Wir hatten allerdings schon 9:40 Uhr und mussten noch das Terminal wechseln, um unseren Flug zu bekommen. 10 Minuten brauchten wir, um zu unserem Abfluggate zu gelangen (Fahrt mit dem Airtrain und Sicherheitskontrollen inbegriffen). Am Boarding-Schalter erwischten wir allerdings die Reihe, an deren Ende eine völlig überforderte Mitarbeiterin der Lufthansa stand. So durften wir, obwohl wir an zweiter Stelle in dieser Reihe standen, eine halbe Stunde warten, ehe wir ins Flugzeug gelassen wurden. Der Flug verspätete sich nicht zuletzt dadurch um 20 Minuten.

Endlich saßen wir in unserem Flugzeug nach New York. Die einzige Sorge, die mit uns mitflog, war die, ob unsere Koffer auch den Weg ins Flugzeug gefunden hatten. Der Flug war größtenteils turbulenzfrei. Lediglich das Essen war enttäuschend. Von Lufthansa hatten wir mehr erwartet.

Trotz verspätetem Abflug landeten wir in New York pünktlich. Die Passkontrollen verliefen auch schneller als gedacht und so konnten wir gegen 14:30 Uhr Ortszeit unsere Koffer im Empfang nehmen. Mein persönliches Highlight an diesem Tage.

Die Anreise zum Hotel hatte es dann nochmal in sich, da der Airtrain für eine Haltestelle ca. 10 Minuten brauchte. So dauerte die mit 9 Minuten angegeben Fahrt über eine Stunde.
Nach nochmaligem Umsteigen standen wir dann gegen 16:30 Uhr vor unserem Hotel.

Das Zimmer ist im geräumig und das Bett ein Traum. Badezimmer ist sauber.

Nach kurzer Verschnaufpause machten wir uns direkt wieder auf den Weg zum Rockefellercenter. Dort wollten wir im NBC-Store unsere New York City Explorer-Pässe abholen. Leider fehlte mir das Voucher, welches ich angeblich vom Anbieter per E-Mail hätte zugeschickt bekommen müssen. Ich hatte allerdings nur die Bestätigungsmail bekommen. Unter Angabe der Buchungsnummer konnten die beiden hinter der Theke uns dann aber doch noch weiterhelfen und uns die beiden Pässe in die Hand drücken. Damit ging es dann schnurstracks zum Schalter des Anbieters, der die Touren Richtung Woodbury Common Premium Outlet anbietet. Unterwegs legten wir noch einen Stopp bei Sbarro ein. Nach einer kleinen Abschlussrunde über den Times Square, ging es wieder zurück ins Hotel. Bei Duane Reade versorgten wir uns noch mit ausreichend Wasser für den kommenden Tag. Den Shopping-Tag.

Um 21 Uhr lagen wir glücklich aber k.o. in unseren Betten.

Bilder folgen noch!



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